One-Dollar-Brille

One-Dollar-Brille

Ausgangssituation in Kenia

Kenia gilt als wirtschaftlicher Motor Ostafrikas. Dennoch lebt rund ein Drittel der Bevölkerung in extremer Armut. Klimaveränderungen mit ausbleibenden Regenzeiten, Dürren und Überschwemmungen, steigende Lebenshaltungskosten sowie regionale Konflikte verschärfen die soziale Lage zusätzlich.

Für viele Menschen bleibt Gesundheitsvorsorge unerschwinglich – insbesondere im Bereich der Augengesundheit. Sehtests und Brillen sind für Menschen mit einem Einkommen von oft nur einem Dollar pro Tag nicht finanzierbar.

Die Folgen sind gravierend:

  • Kinder können dem Unterricht nicht folgen.
  • Erwachsene verlieren Erwerbsmöglichkeiten.
  • Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe sind eingeschränkt.


Hier setzt die Förderung der Elisabeth Ferrari Stiftung an. Das Projekt ermöglicht Menschen mit geringem Einkommen Zugang zu Sehhilfen.

Förderumfang

Die Elisabeth Ferrari Stiftung unterstützte das Projekt mit 13.000 Euro (10 000 Euro + 3 000 Euro privat von Achim Ferrari). Mit dieser Fördersumme konnten gezielt Ausbildungsmaßnahmen, medizinische Qualifizierungen sowie die Durchführung und Weiterentwicklung mobiler Augencamps finanziert werden. Die Mittel flossen unmittelbar in den Aufbau nachhaltiger Versorgungsstrukturen vor Ort.

Projektpartner: Die EinDollarBrille / GoodVision Kenia

Seit 2017 ist die Initiative EinDollarBrille e.V. unter dem Namen GoodVision in Kenia tätig. Das Zentralbüro befindet sich in Nairobi in unmittelbarer Nähe des Slums Mathare. Gemeinsam mit Partnerorganisationen wie German Doctors, Cargo Human Care und der Kenya Society for the Blind werden regelmäßige Sprechstunden, Augenscreenings und mobile Augencamps durchgeführt.

Zum Jahresende 2023 beschäftigte GoodVision Kenia 22 Mitarbeitende, die vor allem in den Slums von Nairobi sowie in der ländlichen Region Kilifi tätig sind.

Förderungsschwerpunkt 1: Ausbildung lokaler Fachkräfte

Ein zentrales Element der Förderung ist der Aufbau nachhaltiger Strukturen durch Ausbildung.

Im Projektzeitraum wurden acht kenianische Fachkräfte zu sogenannten GoodVision Technicians (GVTs) ausgebildet. Zwei weitere qualifizierte Mitarbeitende konnten zusätzlich ins Team integriert werden.

Die Ausbildung umfasst:

  • Praktikums- und Orientierungsphase bei Augencamps
  • Dreimonatiges Vollzeittraining im Sabatia Eye Hospital zum staatlich anerkannten „Optical Technician“
  • Aufbauqualifikation „Best Spherical Correction“ (BSC)
  • Praktisches Training unter Supervision erfahrener Optometristinnen
  • Jährliche (Re-)Zertifizierung


Alle geprüften Technikerinnen und Techniker bestanden sowohl die theoretischen als auch die praktischen Prüfungen erfolgreich.

Im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts in Kilifi wurde zudem eine Krankenschwester zur Optical Nurse weiterqualifiziert. Dadurch konnte die augenmedizinische Grundversorgung insbesondere in der ländlichen Region um Bomani deutlich gestärkt werden.

Die Investition in Ausbildung schafft langfristige Perspektiven – sowohl für die Fachkräfte selbst als auch für die Bevölkerung.

Förderungsschwerpunkt 2: Mobile Augencamps

Die unterstützten Teams führen mobile Augencamps in einkommensschwachen Gebieten Nairobis und im ländlichen Raum durch.

Die speziell ausgestatteten Fahrzeuge ermöglichen Sehtests nahezu überall – auf Schulhöfen, vor Kirchen, kleinen Kliniken oder Einrichtungen der Zivilgesellschaft. Bei festgestellter Fehlsichtigkeit erhalten die Menschen eine individuell angepasste Brille zu einem sozialen Preis.

Seit Ende 2023 werden die Camps gemeinsam mit der Kenya Society for the Blind als umfassende „Comprehensive Eye Camps“ durchgeführt.

Diese beinhalten zusätzlich:

  • augenmedizinische Basisuntersuchungen
  • Abgabe notwendiger Medikamente
  • lizenzierte und behördlich genehmigte Durchführung


Damit erhalten Menschen Zugang zu einer ganzheitlichen augenoptischen und augenmedizinischen Versorgung – häufig erstmals in ihrem Leben.

Nachhaltige Wirkung

Die Förderung in Höhe von 13 000 Euro bewirkt konkret:

  • Verbesserung der schulischen Leistungen von Kindern
  • Erhalt und Ausbau von Erwerbsmöglichkeiten für Erwachsene
  • Stärkung lokaler Gesundheitsstrukturen
  • Schaffung qualifizierter Arbeitsplätze
  • Ausbau medizinischer Infrastruktur in unterversorgten Regionen


Die ausgebildeten Fachkräfte ermöglichen inzwischen die Arbeit in zwei parallelen Teams – ein entscheidender Schritt zur Ausweitung der Versorgung.

Ausblick

Für 2024 ist der weitere Ausbau der Comprehensive Eye Camps geplant. Zudem soll ein zweiter Einsatzbus angeschafft werden, um zusätzliche einkommensschwache Regionen zu erreichen.

Die Elisabeth Ferrari Stiftung hat mit ihrer Förderung einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass aus punktueller Hilfe eine nachhaltige Versorgungsstruktur entsteht. Mit jeder Untersuchung und jeder ausgegebenen Brille eröffnet sich für einen Menschen in Kenia eine neue Perspektive – in Schule, Beruf und Alltag.

Förderhöhe: 10 000 EUR + 3 000 EUR
Stiftungszweck: Ziel ist es, Bildungs- und Erwerbschancen durch verbesserte Sehkraft nachhaltig zu stärken.